Produkte

Patienteninformation Insektengift-Allergie

Im Sommer haben Insekten Hochsaison und können Menschen mit Insektengift-Allergie nicht nur die Freude am Aufenthalt im Freien verderben, sondern eine lebenbedrohliche Gefahr darstellen. Etwa vier Prozent der Österreciher reagieren auf Stiche von Bienen und Wespen allergisch. Bereits der erste Stich kann die Empfindlichkeit so erhöhen, dass ein nachfolgender Stich den gefürchteten "allergischen Kreislaufschock" (anaphylaktischen Schock) auslösen kann. Normal empfindliche Menschen reagieren auf derartige Stiche mit Schwellung, Juckreiz und Schmerz, die jedoch nach einer Stunde nachlassen und am nächsten Tag vollständig verschwinden.

Allergie - ja oder nein?

Ganz anders reagieren Allergiker auf Insektengift. Die allergische Reaktion tritt binnen Sekunden bis Minuten nach dem Stich auf, die Schwellung ist größer als zehn Zentimeter und dauert länger als 24 Stunden an. Charakteristisch sind weiters Symptome, die auch an anderen Körperstellen auftreten, wie etwa Juckreiz und Rötung am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht und am Hals, Schnupfen, tränende Augen, Schwindel, Herzrasen sowie Übelkeit, Schluck- und Sprechbeschwerden bis hin zur Atemnot.

Nach einer erstmaligen allergischen Reaktion auf einen Insektenstich sollte unbedingt ein allergologisch versierter Facharzt (für Dermatologie, Kinder-, Lungen- oder HNO-Heilkunde) aufgesucht werden. Zusammen mit Anamnese, Haut- und Bluttest kann dieser feststellen ob eine Allergie gegen Insektengift vorliegt. Mit einer weitergehenden Blutuntersuchung kann das allergieauslösende Insektengift exakt bestimmt und die entsprechende Therapie ausgewählt werden.

Notfall allergischer Schock

Bei Allergikern ist nach einem Stich rasches Handeln erforderlich:

  • den Stachel des Insekts entfernen
  • Notallmedikamente einnehmen
  • bei schweren Reaktionen sofort den Notrazt rufen
  • beengende Kleidungsstücke ausziehen, Atemwege freihalten
  • Atemprobleme bzw. Atemnot: sitzende Position einnehmen
  • Schocklagerung: auf den Rücken legen und Beine hoch lagern, wenn kalter Schweiß, Blässe und Schwindel auftritt
  • Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage und Überwachung der Lebenszeichen: Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten wenn kein Puls und keine Atmung vorhanden sind

Ohne ärztliche Hilfe kann der anaphylaktische Schock tödlich verlaufen:Entwarnung: treten nach 15 Minuten keine allergischen Symptome auf, so ist die Gefahr gebannt.

Notfallmedikamente retten Leben

Um lebensbedrohliche Situationen zu vermeiden, müssen Allergiker folgende vom Arzt verschriebene Notfallmedikamente immer bei sich führen:

  • rasch wirkendes Antihistaminikum wirkt abschwellend und ist nur bei milden Reaktionen ausreichend
  • Kortison: wirkt entzündungshemmend und dämpft die akute Reaktion des Abwehrsystems. Die Wirkung tritt zeitverzögert ein
  • Fertigspritze mit Adrenalin: ist das wichtigste Notfallmedikament; es stabilisiert bei Blutdruckabfall den Blutdruck und Kreislauf. Zusätzlich wird die Atmung durch eine Erweiterung der Bronchien verbessert und die allergische Reaktion gedämpft. Im Zweifelsfall lieber zu früh als gar nicht anwenden!

Allgemeine Verhaltensregeln:

Bienen stechen hauptsächlich, wenn sie sich bedroht fühlen, Wespen sind von Natur aus angriffslustiger. Sehr selten stechen Hummeln oder Hornissen, weil sie friedliebend sind. Folgende Tipps schützen vor Insektenstichen:

  • verzichten Sie auf den Verzehr von Fleisch und Süßigkeiten im Freien bzw. auf Picknicks
  • befinden sich Insekten in der Nähe, verhalten Sie sich möglichst ruhig
  • halten Sie Distanz zu Blüten, überreifen Früchten und Fallobst; Vorsicht ist bei Gartenarbeit sowie beim Obst- und Blumenpflücken geboten
  • tragen Sie - vor allem bei der Gartenarbeit - Kopfschutz, langärmelige Kleidung, lange Hosen, geschlossene Schuhe und Handschuhe; keine weite Kleidung, in der sich Insekten verfangen könnten
  • gehen Sie nie barfuß durch das Gras (Bienen!)
  • Vorsicht bei Abfalleimern und Müllcontainern bzw. halten Sie diese sauber (Wespen!)
  • waschen Sie nach dem Essen Hände und Mund
  • Besondere Vorsicht gilt an schwülheißen Tagen, Insekten sind da besonders aggressiv
  • halten Sie Fenster tagsüber geschlossen oder bringen Sie Insektengitter an

Diese Webseite wurde erstellt für Personen, welche Informationen über Meda Pharma GmbH Österreich suchen.
Wir bieten auch nationale Webseiten für viele weitere Länder an. Links zu diesen Webseiten finden sie unter Meda Weltweit am Beginn dieser Seite.